Blockchain in Real Estate

Blockchain ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts. Bekannt wurde die Technologie durch die virtuelle Währung Bitcoin. Blockchain gilt als eine der bedeutsamsten disruptiven Innovationen, weil die Finanzwelt durch und durch verändert werden könnte. Sollte sich die Technologie etablieren, werden Banken zukünftig überflüssig sein. Es werden sich völlig neue Wege eröffnen, die allerdings weit über die Finanzindustrie hinaus deutlich mehr Branchen komplett verändern können. Die Immobilienbranche ist eine davon. Blockchain in Real Estate ist ein Gamechanger. Welche Berufsgruppen sind bedroht? Welche Geschäftsmodelle könnten in Zukunft überflüssig werden?

Was Blockchain eigentlich ist, wie es funktioniert und wie das Potenzial in der Immobilienbranche genutzt werden könnte, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Was ist Blockchain?
Blockchain ist in aller Munde. Vor allem der turbulente Erfolg der digitalen Währung Bitcoin hat zum steigenden Bekanntheitsgrad beigetragen. Dabei ist die Blockchain kein reiner Währungsersatz. Um die Technologie dahinter zu verstehen, sollten wir sie nicht als Finanz-Instrument sondern als Mittel zur Informationsdistribution verstehen. Die Blockchain ermöglicht den weltweiten Austausch von Daten, ohne Oberaufseher, komplizierte Verifizierungsverfahren oder hohe Gebühren. So könnten Grunderwerbsnebenkosten für Notare oder Grundbücher komplett überflüssig werden. Im Grunde jegliche Leistung, die einen Wert oder einen Wertübergang dokumentiert oder verifiziert.

Ben Goldsmith erklärt in folgendem Video die Blockchain mit einer passenden Metapher. Dafür beschreibt er die Blockchain als Netzwerk zum Austausch von Informationen. Wobei die Informationen in seiner Metapher durch einen Pie [Kuchen] verbildlicht werden.

Er beginnt mit ein klein wenig History. Ursprünglich wurde für den Informationsaustausch ein (1) Server benötigt. Der Server verarbeitet die Informationen und dokumentiert den Austausch. In der Metapher gibt jeder Nutzer seinen Kuchen zuerst an den Server und der Server reicht ihn weiter. Sobald der Server allerdings failed, wären die Nutzer nicht mehr in der Lage ihren Kuchen zu teilen oder der Kuchen wäre gänzlich verloren.
Deshalb entwickelte sich das (2) Peer To Peer Prinzip. Hier existiert kein Server und der Kuchen bewegt sich direkt von Nutzer zu Nutzer. Allerdings können die Nutzer die Informationen (hier der Kuchen) ändern, sobald Sie in ihrem Besitz sind. Ohne einen Server gibt es keine zentrale, korrekte Dokumentation der Daten. Dadurch ist es extrem einfach, die Daten zu fälschen.

Hier bietet die (3) Blockchain eine Lösung. Wir wissen, dass man Nutzern nicht trauen kann, wenn der Kuchen direkt von Person zu Person ausgetauscht wird. Zentrale Dienstleister in Form von Servern sind ebenfalls keineswegs perfekt. Hier kommen nun Butler ins Spiel, die genutzt werden, um die Kuchen von einer Person zur anderen zu übergeben. Die Butler funktionieren wie sogenannte Blockchain Miners. Sie stellen sicher, dass die Kuchen zwischen den Nutzern ausgetauscht werden, ohne dass jemand unbemerkt einen Bissen nehmen kann. Wie kann jedoch sichergestellt werden, dass die Butler ehrlich handeln und das System nicht von einem einzelnen Butler korrumpiert wird? Wie schafft es die Blockchain, dass alle Butler ehrlich bleiben?

Die Butler stehen in einem ständigen Wettbewerb, wer die Daten – oder hier: Kuchen – jeweils austauschen darf. In der Welt der Blockchain lösen die Blockchain Miner einen Algorithmus aus: Wer zuerst den passenden Schlüssel errechnet hat, darf die Daten verarbeiten. In der Metapher müssen die Butler weiße Handschuhe anziehen. Wer die Handschuhe zuerst an hat, gewinnt. In diesem Beispiel muss der Butler nun seine Handschuhe präsentieren, welche von allen Nutzern und Butlern inspiziert werden können. Hätte ein Butler einen Kuchen vom Teller genommen und ein Stück abgebissen, wären seine Handschuhe voller Krümel. Ist der Butler honest, werden seine unbefleckten Handschuhe weiß strahlen und er bekommt als Belohnung ein Stück des Kuchens.

Scott Rosenberg beschreibt die Blockchain in seinem Artikel als ein Netzwerk, in dem jeder Nutzer etwas hinzufügen, aber niemand etwas entfernen kann. Mit jeder neuen Transaktion wird die komplette Historie weitergegeben.

“So: As one leading blockchainiac puts it, the blockchain is a ledger that anyone can add things to but no one can remove anything from. In other words, when you’re using a blockchain, every new transaction carries with it an unforgeable record of the entire history of the currency and all previous transactions — like a kind of financial DNA. Crazy, huh?”

Die Blockchain funktioniert also dezentral durch einen Informationsaustausch, der- wie die DANN- mit jedem Austausch weitergegeben wird. Jeder Nutzer ist ein Teil des Netzwerkes und trägt mit jeder Transaktion dazu bei, einen Block zur stetig wachsenden und allumfassenden Chain beizutragen. Eine digitale Bibliothek mit weiteren spannenden Beiträgen finden Sie hier.

Wir haben nun eine ungefähre Vorstellung, was sich hinter dem Begriff Blockchain verbirgt. Doch welche Auswirkungen sind für den Immobiliensektor zu erwarten? In der Branche kann bisher kaum jemand etwas mit dem Begriff anfangen. Begreift man die Blockchain allerdings -wie oben beschrieben- als System zur Informationsdistribution und Speicherung, ergeben sich ernorme Potenziale. Die Blockchain funktioniert ohne Mittelsmänner, ohne zentrale Institutionen, die Informationen überwachen und verarbeiten. So wird zum Beispiel ein notariell beglaubigter Kaufvertrag für eine Immobilie überflüssig und zur Führung eines Grundbuches benötigt es keine zentrale Institution mehr. Dem Grunde nach sind alle Berufsgruppen und Institutionen bedroht, deren Kerngeschäft in der Verarbeitung von Informationen oder Sachwerten begründet liegt. Durch eine Blockchain verarbeitet man Informationen sicherer, besser, und schneller. Tritt man also einen Schritt zurück und betrachtet die grundlegende Charakteristik der Blockchain, offenbaren sich die schier endlosen Möglichkeiten.

So resultiert aus der Blockchain ein weiterer Megatrend, dem die Immobilienbranche definitiv Beachtung schenken muss: den Smart Contracts. Bei Smart Contracts handelt es sich um Verträge, die hoch standardisiert und “selbsterfüllend” sind. Der Vertrag checkt seine Bedingungen selbstständig und handelt automatisiert. Basierend auf der Technologie der Blockchain, sind die Verträge dabei vollkommen transparent und honest. Nach unserem heutigen Wissen quasi nicht manipulierbar. Dadurch wird zum Beispiel ein Szenario denkbar, in dem man ein Short Term Rental Appartement mietet, indem man einfach mit seinem elektrischen Schlüssel eine freie Wohnung betritt. Nachdem man sie verlässt ist das Mietverhältnis wieder beendet. Die Buchung entfällt, die Abwicklung ist komplett automatisiert. Denkt man nun noch einen Schritt weiter, könnten Systeme entstehen, die sich voll automatisch und eigenständig erweitern, z.B. eine – durch einen Algorithmus geführte- Wohnungsgesellschaft. Wohnungen werden in guten Lagen hinzugekauft und in schlechteren Lagen abgestoßen, sofern der Preis stimmt.

Blockchain in Real Estate könnte ein Gamechanger werden. Während sich die Branche derzeit noch schwer tut, digitale Geschäftsmodelle und Prozessoptimierungen zu adaptieren, entsteht durch die technische Weiterentwicklung von Blockchain-Technologien eine wirklich disruptive Innovation. Unternehmen der Immobilienbranche müssen lernen, digitale Geschäftsmodelle zu akzeptieren und selber zu entwickeln. Das oben beschriebene Szenario einer vollkommen automatischen Wohnungsgesellschaft zeigt: die Immobilie ist nicht immun gegenüber dem digitalen Wandel.

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